Ratgeber

FAQ zur jährlichen Unterweisung Ladungssicherung

Fachlich geprüft von Mario KowalskiZertifizierter Fachausbilder für Ladungssicherung

Kurzantwort: Die wiederkehrende Unterweisung muss zu Tätigkeit, Gefährdungsbeurteilung, Fahrzeugen, Ladungsarten und betrieblichen Abläufen passen. Ein Online-Modul kann allgemeine Theorie vermitteln; die konkrete arbeitsplatz- und betriebsbezogene Unterweisung bleibt Aufgabe des Arbeitgebers.

Fortbildungsbedarf aus Tätigkeit und Gefährdung ableiten

  1. Unterweisungsbedarf und Wiederholungsfristen aus Gefährdungsbeurteilung und Regelwerk bestimmen.
  2. Online-Lernteil durch konkrete Fahrzeuge, Ladungen, Sicherungsmittel und Notfallabläufe des Betriebs ergänzen.
  3. Datum, Themen, Teilnehmende, Verständnisprüfung und verantwortliche unterweisende Person dokumentieren.

Keine pauschale VDI-Jahresprüfung für jede Person

Eine bundesweite Regel „jeder Verlader braucht jährlich ein neues VDI-2700-Zertifikat“ existiert so nicht. Beschäftigtenunterweisung folgt aus § 12 ArbSchG und betrieblichen Gefährdungen; Häufigkeit und Inhalte müssen an Tätigkeit, Änderungen und Gefährdungsentwicklung angepasst werden.

Wann eine Wiederholung erforderlich wird

Unterweisung ist bei Einstellung, Aufgabenänderung, neuen Arbeitsmitteln oder neuer Technologie vor Aufnahme der Tätigkeit nötig und erforderlichenfalls regelmäßig zu wiederholen. Ereignisse, Mängelkontrollen oder neue Ladungsarten können eine frühere Aktualisierung auslösen.

Grundkurs und Unterweisung nicht gleichsetzen

Ein Grundkurs vermittelt systematische Fachkenntnisse zu Kräften, Verfahren und Verantwortung. Die betriebliche Unterweisung überträgt diese Kenntnisse auf reale Fahrzeuge, Ladungen und Abläufe. Ein Onlinekurs kann Theorie aktualisieren, die konkrete Gefährdungsbeurteilung aber nicht ersetzen.

Weiterführende Ratgeber

Häufige Fragen

Ist eine jährliche Ladungssicherungsunterweisung immer Pflicht?

Die Unterweisung muss nach § 12 ArbSchG an Gefährdungsentwicklung angepasst und erforderlichenfalls regelmäßig wiederholt werden; betriebliche Vorgaben können einen Jahresrhythmus festlegen.

Braucht jeder Fahrer ein VDI-2700-Zertifikat?

Nicht pauschal als gesetzlich benanntes Zertifikat. Er braucht ausreichende Qualifikation und tätigkeitsbezogene Unterweisung für seine Verantwortung.

Kann die Wiederholung online stattfinden?

Theorie kann online vermittelt werden; konkrete Fahrzeuge, Ladungen und Abläufe müssen betrieblich ergänzt werden.

Quellen und Prüfhinweis

Arbeitsschutzgesetz § 12

Stand 2026-08-20. Prüfe bei Einzelfällen zusätzlich die aktuelle Fassung und die Vorgaben der zuständigen Stelle.